Artikel in der Frauenfelder Woche vom 03.06.2020

 

Plastikabfälle werden zu modischem Produkt – Verkauf in Oberneunforn

 

Bunte Taschen aus Abfall 

 

Ruth Portmann und Stefanie Egli aus Oberneunforn verkaufen farbenfrohe, modische Taschen, die in Burma aus Plastikabfällen hergestellt werden. Mit dem Import leisten sie mitunter einen Beitrag gegen die Umweltverschmutzung, landen doch täglich unzählige Tonnen von Plastikabfällen im Meer. 

 

Schön gefüllt mit farbenfrohen und modischen Taschen ist der Verkaufsraum „mingalarbar“ - was so viel heisst wie „Grüezi“ auf burmesisch - im Haus an der Waltalingerstrasse in Oberneunforn. Da passen Ruth Portmann, Tochter Stefanie Egli und deren Sohn Janis mit den fröhlichen Gesichtern prächtig ins Bild.

 

Was vor neun Jahren mit einer Reise von Ruth und Martin Portmann nach Burma begann, fand mit der Eröffnung des Verkaufsladens „mingalarbar“ vor drei Jahren in diesen vier Wänden in Oberneunforn eine spannende Fortsetzung. Denn in Myanmar hatten die Besucher aus dem Thurgau auf einem Markt farbenprächtige Taschen entdeckt, die sie faszinierten. Die Familie Chit Ko flechtet diese Taschen, die sich durch einen modischen Stil und reissfeste Qualität auszeichnen. Gefertigt sind sie aus Plastikbändern, die aus reziklierten Plastik-Abfällen stammen.

 

Portmanns entschlossen sich damals kurzerhand, für diese Taschen einen Absatzkanal zu öffnen und importieren sie seit drei Jahren in die Schweiz. Jeweils 500 Taschen werden auf dem Seeweg via Hamburg und anschliessend auf der Strasse nach Oberneunforn gebracht. Und zwar zur Schnur-Produzentin Firma Baechi Cord, wo Ruth Portmann sei 32 Jahren beruflich tätig ist und Lagerräumlichkeiten nutzen darf.

 

Die Verbindung von Portmanns ins Land in Südostasien ist Htu Htu, die Deutsch sprechende Reiseleiterin. Sie hatte Ruth und Martin Portmann im Jahr 2011 während der 14-tägigen Reise begleitet und daraus entwickelte sich eine Verbundenheit mit regelmässigen Besuchen, die bis heute anhält. Gerade weil der Tourismus wegen dem Corona-Virus eingebrochen ist, hat der Verkauf der Taschen für das Dorf mit den 200 Familien eine grosse Bedeutung als Hoffnungsträger bekommen.  Denn Reiseleiterinnen wie Htu Htu haben aufgrund der aktuellen Lage kein Einkommen mehr. Der Erlös aus dem Verkauf der Taschen geht vollumfänglich nach Myanmar.  Andreas Anderegg

 

www.mingalarbar.ch